Digitale Balance – zwischen Euphorie und Risiko

Viele Menschen nutzen die digitale Welt beispielsweise bei Computer- und Videospielen, damit sie Abstand zu Realität schaffen. So kann es unter gewissen Umständen dazu führen, dass Menschen auch in eine Abhängigkeit, eine Sucht verfallen. Es ist der unwiderstehliche Drang nach dem Reiz, der auch schädlich und gefährlich für mich sein kann. Gefühle des Kontrollverlusts und das Gefühl ohne der Substanz nicht mehr leben zu können.

Doch wieso verfällt man diesem Drang?
Ziel des Körpers ist ein Kohärenzgefühl, das bedeutet, dass man versteht was man macht, damit man es auch bewältigen kann, um schlussendlich auch einen Sinn in einer Tätigkeit zu sehen. Als Beispiel zur Veranschaulichung: Du bist ein/e 13 Jährige/r und nach einem anstrengenden Schultag versuchst du deine Mathehausaufgaben zu erledigen, doch du schaffst es nicht, du siehst keinen Sinn in der Aufgabe. Doch wenn du ein Videospiel spielst, dann siehst du Sinn, du hast die Fähigkeit das Spiel zu verstehen und so auch das Level oder deine Aufgabe zu bewältigen. So sucht sich der Körper etwas aus, was ihm Spaß macht und nicht was Unlust bereitet.
Wenn dieses Gefühl der Bewältigung und des Spaß weiter geht, kann man in den Flow kommen. Hier vergeht die Zeit wie im Flug und man hat Spaß, der Körper wird förmlich mit Glückshormonen durchflutet. Man wird weder unter- noch überfordert. Es ist eine Auszeit und du vergisst die Welt um dich!

Ist dieser Drang schlimm?
Jain. Also wenn du nicht nur diesem Drang nachgehst ist es auf jeden Fall nicht schlimm. Du musst nur verschiedene Tätigkeiten in deinem Leben haben, die dir Spaß machen. Man kann dies am Klaviermodell schön zeigen. Wenn du nur eine Taste drückst, dann ist es monoton, langweilig und du kommst nicht weiter. Doch drückst du viele verschiedene Tasten, dann kommt eine wundervolle Melodie, welche du immer wieder verändern kannst, dass immer was Neues raus kommt. So ist es auch im Leben, sitzt du nur vorm Computer und spielst die ganze Zeit das eine Spiel wirst du in deinem Leben nicht weiter kommen. Doch machst du verschiedene Aktivitäten am Computer, wie spielen, dich kreativ austoben, Videos schauen und zusätzlich auch noch vielleicht Sport, soziale Kontakte treffen und und und, dann ist dein Leben ein Klavier mit vielen Tasten und du kannst deine Melodie jeden Tag neu gestalten.

Doch was mache ich, wenn der Drang mir diese vielfältigen Interessen nicht erlaubt?
Erstmal gilt nicht gleich alles verbieten. Nudging ist hier als ein Ansatz gedacht, das bedeutet, man verbietet nichts, sondern man bietet Möglichkeiten und Erleichterungen, sieht nicht nur das Schlechte, sondern auch positive Seiten. Setz dich mit deinem Kind oder dem Gegenüber hin und lass dir beispielsweise die Spiele zeigen, um zu erkennen, warum diese so wichtig sind. Es gibt vieles im realen Leben, was man als Ersatz verwenden kann. Sucht gemeinsam nach Aktivitäten und Hobbies die das Spiel teilweise ersetzen können. Wodurch das Verhalten in eine positive Richtung beeinflusst wird.

Auf digitale Medien bezogen wäre es wichtig nach und nach die Kompetenz des risflecting auszubauen. Was ist das genau? Risflecting ist die Rausch- und Risikokompetenz. Man erkennt, dass es eine Ambivalenz zwischen Gefahr und Lifestyle ist und weiß wie man Medien richtig einsetzen kann. Wichtig ist hier, dass man seinen Drang steuern kann. Du selbst kannst entscheiden, wann du anfängst und aufhörst beziehungsweise weißt Alternativen. Wenn du deinen Drang dann ausführst, schaust du auch auf andere, hilfst ihnen, falls sie Probleme haben und redest auch offen mit ihnen, wenn du Probleme hast. Reflektiere dich selbst. Was habe ich erlebt? Was haben die anderen erlebt? Wie geht es mir? Muss ich was ändern? Integriere deine Gedanken in dein Leben und falls es notwendig ist, verbessere es!

Führe uns nicht in Versuchung…

 …führe uns in der Versuchung!

Der Beitrag basiert auf dem Webinar „Digitale Balance – zwischen Euphorie und Risiko“ von Christian Pöschl, dieses kann auf der Homepage nachgehört werden. Bei Fragen kannst du gerne eine Mail an poeschl.ch@gmail.com schicken!


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Lydia Klausner


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