Rollenbilder im Internet

Egal ob bei der Recherche oder in sozialen Netzwerken, wenn wir genauer hinschauen, werden wir erkennen, dass die digitale Welt oft ein stereotypenreiches Bild von Frauen und Männer präsentiert. Es werden Differenzen geschaffen, welche von den NutzerInnen unreflektiert und oft unbewusst aufgenommen werden, wodurch das Bild der Frau und des Mannes geprägt wird. Vor allem können Jugendliche beeinflusst werden, da diese in einer Identitätsfindung stecken und so diese an das „Ideal“ anpassen.

Bilder überall
Zu dick. Zu dünn. Schlampe. Womanizer. Zu viel Haut. Zu wenig Haut. Zu dumm. Zu besserwisserisch. Muskelmann. Lauch. Zu viel Selbstbewusstsein. Zu Schüchtern.

Bestimmte Merkmale werden geschlechterspezifisch zugeordnet und für das eine Geschlecht akzeptiert und für das andere negativ angesehen. Es wird das Bild eines Mannes geschaffen, der mehr Partnerinnen haben darf und auch mehr Haut zeigen kann. Er muss stark sein, fast dominant. Am besten so muskulös wie möglich – damit er die wehrlose Frau beschützen kann, Schutz bieten und hart arbeiten, damit die Familie ein gutes Leben führen kann. Die Frau ist die zu Beschützende, sie ist wehrlos und braucht Schutz vom Mann. Wenn sie zu viele Partner hatte oder zu viel Haut zeigt, ist sie eine Schlampe. Wenn sie keine Haut zeigt, wird sie oft von Männern aufgefordert mehr zu zeigen. Wenn sie zu dick ist, ist sie „elefantös“ und wenn sie zu dünn ist, dann soll sie Kurven bekommen, denn man muss etwas angreifen können. Diese und mehr Vorurteile, Stereotypen und ja auch Wiedersprüche findet man in diversen Medien – indirekt und direkt.

So wird der Mann, als autonom, erfahren, beruflich selbstverwirklichend, hoch körperlich leistungsfähig, selbstbewusst, freiheitsliebend und abenteuerliebend beschrieben.
Bei der Frau gibt es zwei Bilder: Zum einen die sexy Frau, die sich über ihren Körper definiert und deshalb jung und gepflegt wirken will, um immer dem Schönheitsideal zu entsprechen. Zum anderen gibt es aber auch das Bild der Superfrau, welche Hausfrau und Berufsfrau in einem ist, sie wird bewundert dafür, dass sie ihre Familie und den Job gleichzeitig regelt, ohne dabei in eine Form von Stress zu kommen.

Das Bild der Frau hat schon etwas gewandelt, doch werden Frauen doch oft noch als hilfsbedürftig und Hausfrau gesehen, welche am besten noch schön aussieht. In dem modernen Medium Internet gibt es viele veraltete Vorstellungen, deutlich wird dies beim Bild des Mannes und dem Bild der sexy Frau. Doch auch das Bild der Superfrau kann kritisch betrachtet werden, da die Vorstellung des perfekten Lebens, nicht nur Jugendliche, sondern uns alle überfordert, da man nie ganz ohne Stress sein Leben vereinbaren kann. Aber generell kann es für Jugendliche sehr überfordernd sein, sich an den vorgelebten Bildern anzupassen und sich eine Identität zu schaffen. Durch das unbewusste aufnehmen der Bilder ist es wichtig Denkanstöße zu geben, wodurch eine kritische Auseinandersetzung starten, um so eine eigene starke Identität aufzubauen.

Denkanstöße für einen kritischen Umgang
Um sich einmal bewusst zu werden, dass welche Rollenbilder im Internet vorkommen, ist es gut zu hinterfragen, welche Rollenbilder man schon kennt und weiter recherchiert, ob es vielleicht noch weitere gibt. Durch diese werden Bewertungsschemata ausgelöst, beispielsweise Selbstobjektifizierung, Ungleichwertigkeit und Verdinglichung. So ist es wichtig an sich selbst zu denken und zu überlegen, wie diese auf die eigene Person wirken. Um die Vielfalt der Menschen zu sehen, können Alternativen gesucht werden – zu jedem Stereotyp gibt es auch ein nicht stereotypisches Bild. Durch diese Auseinandersetzung können Klischees gebrochen und die eigenen Vorstellungen reflektiert werden. In Gesprächen mit anderen werden die eigenen Ansichten nochmal verdeutlicht und vielleicht noch weitere kennengelernt. Akzeptiere dich wie du bist – akzeptiere andere wie sie sind. Man sollte seine Meinung vertreten und vielleicht auch mal versuchen gegen Rollenbilder, Klischees und Stereotypen zu argumentieren, wenn jemand etwas sagt, was einem selbst stört. Akzeptanz des anderen ist wesentlich dabei und die richtige Argumentation, denn durch Gespräche findet man immer mehr heraus und entweder das Gegenüber ändert seine Meinung, aber vielleicht ändert man auch selbst seine Meinung.

Bleibt sachlich und nett.
Führt Diskussionen.
Brecht Klischees und Kommunikationstabus auf.
Setzt euch für euch und andere ein.
Wir sind alle einzigartige Individuen und wertvoll, so wie wir sind!

Für eine weitere kritische Auseinandersetzung
Mediale Frauen- und Männerbilder 
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Lydia Klausner


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