Online ohne Risiko – so schützen wir unsere Kids – Unterrichtsbeispiel und Materialien

Das Internet nimmt in unserer modernen und digitalisierten Welt einen immer höheren Stellenwert ein. Ungeachtet der vielen Vorteile birgt das Internet aber auch ernst zu nehmende Gefahren und Risiken. Diese Gefahren werden von Kindern und Jugendlichen aber oft nicht als solche erkannt beziehungsweise falsch eingeschätzt. Hier gilt es, vor allem unsere Kinder aufzuklären und zu sensibilisieren. Diese unerlässliche Aufgabe der Sensibilisierung obliegt vor allem den Eltern und Erziehungsberechtigten, aber auch immer mehr den Bildungseinrichtungen und dem Lehrkörper.

Präventionsprojekt CyberKids

Das Präventionsprojekt CyberKids wurde im Frühjahr 2017 erstmals präsentiert. Im Fokus steht der Schutz von Kindern vor den Gefahren und Risiken des Internets und der sozialen Netzwerke. Zentrales Anliegen von CyberKids ist die Sensibilisierung und Schaffung eines Problembewusstseins sowie die Kooperation und Zusammenarbeit von Schule und Polizei.

Im Bereich der Volksschule findet das Projekt für acht- bis zehnjährige Kinder im Rahmen der Kinderpolizei statt. Für Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren wird CyberKids in das Projekt Under18 eingegliedert und von Beamten der Prävention begleitet.

Seit dem Frühjahr 2017 haben die Schulen nun die Möglichkeit, sich an CyberKids-Beauftragte zu wenden, um diese an die Schule zu holen. Die Themenbereiche können speziell auf die Klasse abgestimmt werden.

Bereits vor dem offiziellen Roll-Out im Oktober 2016 startete das Präventionsprojekt CyberKids als Pilotprojekt in der 4. Klasse Volksschule der Autorin der Masterthesis „CyberKids – Sensibilisierung von Kindern im Volksschulalter hinsichtlich Gefahren und Risiken im Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken“. Über einen Zeitraum von 9 Monaten hinweg wurde das Projekt ein bis zwei Stunden pro Woche in den Unterricht integriert. Kernpunkt des Projekts war die enge Zusammenarbeit mit einer Beamtin der Kinderpolizei, welche für jeweils zwei Stunden pro Monat gemeinsam mit der Lehrerin unterrichtete.

Folgende Themenbereiche wurden während des neunmonatigen Projekts abgedeckt beziehungsweise gemeinsam mit den Kindern behandelt: Mobbing/Cybermobbing, Chatten und Chatiquette, Suchmaschinen, WhatsApp, soziale Netzwerke, Kettenbriefe, Urheberrecht, Recht am eigenen Bild, Datenschutz, Pokémon Go.

Um den Unterricht während des Projekts abwechslungsreich zu gestalten und um den verschiedenen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, wurden die Inhalte und Themenschwerpunkte abwechselnd in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten erarbeitet beziehungsweise als Frontalunterricht oder Freiarbeitsphase den Kindern nähergebracht.

Die Eltern und Erziehungsberechtigten bekamen einen monatlichen Newsletter, der sie über den Fortlauf des Projekts informierte.

Neben dem Unterricht in der Klasse fand ein Besuch des ZOOM Trickfilmmuseums statt, bei dem die Kinder zwei Trickfilme zu den Themen „Cybermobbing“ und „Gefahr im Chat“ produzierten.

Gegen Ende des Projekts fand ein gemeinsamer Vormittag mit Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin von Saferinternet.at statt, bei dem die Kinder ihren jüngeren Kolleginnen und Kollegen aus den zweiten Klassen Inhalte aus dem Projekt näherbrachten.

Zum Abschluss erhielten alle Kinder der Projektklasse eine Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme am Projekt CyberKids.

Im Laufe des neunmonatigen Projekts hat sich gezeigt, dass vor allem die gezielte Einsetzung von Präventionsbeamtinnen und Präventionsbeamten bei bestimmten Themenbereichen essentiell ist. Geht es um die Vermittlung von Kenntnissen im Umgang mit Suchmaschinen oder um die Erstellung eines sicheren Passwortes, so ist die Beiziehung einer Polizistin oder eines Polizisten nicht erforderlich. Werden Kinder allerdings mit der Materie rund um Datenschutz oder Cybermobbing vertraut gemacht, so ist das Beisein einer Beamtin oder eines Beamten von großer Bedeutung.

Unterrichtsbeispiel zum Themenbereich Cybermobbing

Der Einstieg in das Themengebiet Cybermobbing fand gemeinsam mit der Polizistin statt. Im Plenum wurden die Kinder gefragt, ob sie wissen, welche Personen beim Mobbing beteiligt sind.

Im Anschluss an das Gespräch in der Großgruppe wurden die Schülerinnen und Schüler zu Komparsen eines Mobbingtheaters. Die Kinder wurden aufgefordert, durch die Klasse zu gehen, während die Beamtin verschiedene Sätze laut vorlas. Hatte ein Kind bei einer Aussage der Polizistin ein unangenehmes Gefühl, so hielt es sich die Hände vors Gesicht, um sich zu verstecken. Löste ein vorgelesener Satz bei den Kindern ein angenehmes Gefühl aus, so sollten sie sich selbst umarmen.

Die Kinder wurden nun aufgefordert, sich Gedanken über den Unterschied zwischen Mobbing und Cybermobbing zu machen. Die von den Kindern und der Polizistin genannten Merkmale wurden von der Lehrerin an die Tafel geschrieben und von den Kindern in ihre CyberKids-Mappe übertragen.

Um den Tatbestand Cybermobbing auch real erfassen zu können, zeigten die Beamtin und die Pädagogin den Kindern einen Kurzfilm über einen Cybermobbing-Vorfall innerhalb einer Klassengemeinschaft. Sichtlich geschockt von dem Gesehenen bekamen die Schülerinnen und Schüler im Anschluss die Möglichkeit, über den Film in der Großgruppe zu diskutieren.

Um sich mit den Inhalten aus dem Film noch intensiver auseinanderzusetzen, teilte die Lehrerin die Kinder in drei verschiedene Gruppen auf. Aufgabe war es, sich in den drei Gruppen „Mobber“, „Gemobbter“ und „Beteiligte“ in Situationen hineinzuversetzen, die im Kurzfilm gezeigt wurden. Ihre Ergebnisse präsentierten die Kinder anschließend vor der gesamten Klasse.

Unterrichtsmaterialien

  • Der Internetführerschein für Kinder – clever surfen, Infos finden, sicher chatten (F. Siller, C. Reichardt; Verlag an der Ruhr); geeignet für Klasse 3 – 4
  • Bergedorfer Methodentraining – Sicherer Umgang mit dem Internet (Bettina Schütz; Persen Verlag); geeignet für Klasse 2 – 4
  • Bergedorfer Führerscheine – Der Internetführerschein (Lukas Jansen); geeignet für Klasse 3 – 4
    Computer Werkstatt – schreiben und gestalten mit Word (Herrmann Winzen); geeignet für Klasse 3 – 6

Linksammlung

https://www.saferinternet.at/zielgruppen/lehrende/ –  Materialien
http://at.sheeplive.eu/ – kurze Trickfilme
http://aufgabensammlung4.digikomp.at/ – digitale Kompetenzen in der VS mit Beispielsammlungen
https://www.internet-abc.de/ – Pinguin Eddie, Känguru Jumpy, Ameisenbär Percy und Eichhörnchen Flizzy zeigen den Kindern, wie das Internet funktioniert und worauf sie im Internet achten sollen
https://www.bee-secure.lu/de – Initiative des luxemburgischen Ministeriums, Projekt zur Förderung einer sichereren Nutzung des Internets und der neuen Kommunikationstechnologien insbesondere durch junge Menschen; versch. Materialien angeboten
https://www.klicksafe.de/ – EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz
https://a1internetfueralle.at/sicherheitstipps/a1-internet-guide-fuer-kids/
– Unterrichtsmaterialien
https://www.saferinternet.at/fileadmin/categorized/Materialien/Safer_Internet_in_der_Volksschule.pdf – Unterrichtsmaterialien
https://impulseschuleinternet.com/ – Workshops zu den Themenbereichen sicheres Internet, sinn- und freudvolle PC-Nutzung, soziales Lernen, konstruktiver Umgang im Klassenzimmer, gewaltfreie Kommunikation
https://www.schau-hin.info/ – Hilfe für Eltern und Erziehungsberechtigte bei der Medienerziehung
https://www.ispa.at/wissenspool/broschueren/broschueren-detailseite/broschuere/detailansicht/der-online-zoo.html – Kinderbuch (Vorschule und Volksschule)
https://www.saferinternet.at/fileadmin/redakteure/Footer/Studien/Master_Thesis_Cornelia_Srb.pdf – Masterthesis CyberKids

 

Beitrag zum Download als PDF: Online ohne Risiko_ Zusammenfassung

Zum Thema fand am 19.10.2018 ein Webinar statt. Die Aufzeichnung kann hier gesehen werden.


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Cornelia Srb

Cornelia Srb, MA (VS-Lehrerin in Gablitz), Autorin der Master Thesis „CyberKids“


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