Mit Oma und Opa das Internet und die Familiengeschichte erforschen

Es gibt leider das Vorurteil, „ältere“ Menschen würden sich nicht so gerne oder gar nicht mit technischen Geräten oder dem Internet beschäftigen. Ganz abgesehen davon, dass der Begriff „älter“ keine konkrete Person und wie sie ihr Leben gestaltet beschreiben kann, sind über zwei Drittel der Menschen über 60 im Internet aktiv. Siehe dazu einen Beitrag in der futurezone. Viele von ihnen wären überrascht, amüsiert oder beleidigt, würde ihnen jemand ein „Seniorenhandy“ anbieten.

Unterschiedliche Seiten einer gemeinsame Online-Welt?

Es ist keine Frage, dass Kinder und Jugendliche bzw. Großeltern unterschiedliche Seiten im Internet besuchen, Plattformen wie Facebook anders nutzen oder unterschiedliche Informationen mit Bekannten sowie der ganzen Welt teilen. Die spannende Chance ist, sich gegenseitig zu zeigen: Was interessiert mich gerade aktuell? Wie gehe ich vor, wenn ich nach einer Information oder einer Person suche? Wie lassen sich gefundene Informationen bewerten oder auf ihre Richtigkeit überprüfen? Und welche Rollenbilder werden transportiert – wo finde ich mich als Kind, Jugendliche_r, Opa, Oma in diesen wieder oder bin ich ganz anders?
Hilfreich für gemeinsame Besuche im Internet ist eine gegenseitige Offenheit, die Bereitschaft, von- und miteinander zu lernen bzw. auch gemeinsam zu spielen!

Gemeinsame Familiengeschichte

Ein mögliches gemeinschaftliches Projekt kann sein, der Geschichte der eige¬nen Familie zu folgen: Wer hat wann, wo und unter welchen Rahmenbedin¬gungen gelebt? Wie haben die Orte ausgesehen, an denen Familienmitglieder früher gelebt haben, wie ist ihre Geschichte? Welche aktuellen Themen sind für den eigenen Lebensort wichtig und was kann jede_r Einzelne bewirken? Eine spannende Möglichkeit der Visualisierung solcher Informationen kann ein „Zeitstrahl“ sein, also die chronologische Auflistung von Ereignissen – Werkzeuge, die sich dafür eignen, werden in diesem Blogbeitrag vorgestellt.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die eigene Familiengeschichte mit Videos, Tonaufzeichnungen, Texten, die gemeinsam erstellt werden – also etwa in Form von Gesprächen, die aufgenommen werden, zu dokumentieren. Eine Anregung dazu: Nicht nur in der Vergangenheit schwelgen, sondern immer wieder Bezüge zur Gegenwart, zu aktuellen Lebensrealitäten herstellen – zum Beispiel wie sich die Nutzung von Medien verändert hat.

Gemeinsames Erforschen der Umgebung

Eine andere Möglichkeit kann sein, gemeinsam das eigene Lebensumfeld zu erkunden: Welche Angebote gibt es für Kinder und Jugendliche, welche für Familien, und welche für „ältere Menschen“? Welche Angebote und Einrichtungen fehlen noch? Also den eigenen Lebensbereich mit der Kamera zu erforschen, zum Beispiel auf der gemeinsamen Suche nach bestimmten Pflanzen und Tieren, die vielleicht mitten in der Stadt leben. Die Ergebnisse können, wenn gewünscht gemeinsam im Internet veröffentlicht werden, etwa als Familienblog.

Dieser Artikel ist dem eBook: leben.lernen.spielen – Familien in der digitalen Welt entnommen.

PS: Am 9. November um 20.00 Uhr findet ein Webinar zum Thema „Das sind wir – gemeinsam Familiengeschichte online darstellen“ statt.

Das Webinar „Ahnenforschung online“ gibt es ebenfalls zum nachschauen.


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Christian F. Freisleben

Mag. Christian F. Freisleben-Teuscher; halbtags an der FH St. Pölten im Bereich Hochschuldidaktik und E-Learning tätig sowie freiberuflich als Berater, Referent, Trainer und Journalist mit den Schwerpunkten Bildung, Gesundheit, Soziales sowie Nutzung von Web 2.0 sowie von Angewandter Improvisation in diesen Feldern. http://www.improflair.at


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