Medien altersgerecht im Alltag einsetzen

Medien begleiten uns im Alltag immer mehr – vom Verwenden des Smartphones bis hin zur Sprachsteuerung im (ganzen) Haus. Kinder erleben viele Augenblicke mit Medien durch ältere Geschwister, Eltern, Verwandte, Pädagogen oder auch einfach auf der Straße. Viele stehen mit ihren Handys und warten, aber auch im Supermarkt wird elektronisch bezahlt oder Alexa ist ins Haus eingezogen, welche oft sogar Teile des Haus sprachsteuert. Deshalb interessieren sich die Jüngsten unter uns für digitale Medien und haben den Wunsch sich mit digitalen Medien auseinanderzusetzen. Doch wie kann man digitale Medien altersgerecht im Alltag sinnvoll einbauen?

Kinder bis 3 Jahre
Viel können und sollten Kinder bis drei Jahre nicht mit Medien machen, da es eine die Reize die Kleinen oft überfordern. Wenn man altersgerechte Medien einsetzt ist es wichtig zu schauen, wie das Kind auf diese reagiert und dementsprechend die Medien anzupassen. Ab und zu Musik oder Hörbücher zu hören oder ein paar Videos, welche von den Eltern gewählt werden, können angeschaut werden. Viele Kinder fasziniert Fotos am Handy oder Tablet mit den Eltern zusammen anzuschauen, hier können auch Erinnerungen oder Geschichten dazu erzählt werden. Vor allem im social distancing ist es vielleicht auch ab und zu lustig mit Oma und Opa oder anderen Angehörigen ein wenig Video zu telefonieren. Doch sollte die digitale Zeit nicht übertrieben werden und wirklich auf das Minimalste reduziert werden.

Kinder von 3 bis 5 Jahre
In dem Alter lernen Kinder schon Informationen teilweise zu verarbeiten. Wenn es eine Lieblingsserie, einen Lieblingsfilm oder ein Lieblingshörbuch gibt, sollte man deshalb Kinder dazu befragen, was den der Lieblingscharakter heute erlebt hat. In diesem Alter sollten auch Medien miteinander verbunden werden, um eben diese Informationen noch besser verbinden und verarbeiten zu können. Beispielsweise können zu Serien und Filmen die passenden Hörbücher gehört werden, aber auch Ausmalbilder angemalt oder Bücher bzw. Geschichten gelesen werden. Oft gibt es auch zu Serien oder Kinderkanälen kindergerecht Internetseiten, welche die etwas älteren Kinder mit den Eltern zusammen erkunden können. Auf diesen können Minispiele gemeinsam gespielt oder zusätzliche Informationen gelernt werden. Jedoch müssen Kinder nicht immer aktiv etwas machen, sondern schauen auch gerne zu, wie jemand etwas am Computer arbeitet, wodurch auch nette gemeinsame Minuten entstehen. Empfohlen wird im Vorschulalter bis maximal eine halbe Stunde pro Tag digitale Zeit zu geben, dies muss an das Kind angepasst werden und es kann zu Ausnahmen kommen, wie lange das Kind mit digitalen Medien Zeit verbringen darf.

Kinder von 6 Jahren bis 10 Jahre
Digitale Medien werden hier noch beliebter, oft im Vergleich zum Freundeskreis oder der Klasse. Beliebt sind hier oft Webseiten zu Fernsehsendungen, Fernsehkanäle oder Magazinen beziehungsweise Spielzeugen, hier können Kinder selbständig Informationen finden, da beispielsweise kurze Artikel oder Videos zu interessanten Themen gefunden werden können. Auch gibt es die Möglichkeit Spiele zu spielen, welche oft das Denken anregen und die Geschicklichkeit trainieren. Dies muss aber nicht nur im Internet stattfinden, denn es gibt auch für das Volksschulalter viele altersgerechte Spiele für PC und andere Konsolen.
Hier kann auch versucht werden den Alltag durch digitale Medien etwas zu strukturieren, da Rituale eingeführt werden können. Beispielsweise darf man immer zu einer gewissen Uhrzeit seine Lieblingsserie anschauen oder Freitags ist Filmeabend. Es kann auch verwendet werden, dass man vor oder nach den Aufgaben eine Folge bzw. ein Video  angeschaut oder ein Spiel gespielt werden darf. Insgesamt sollte sich die digitale Zeit zwischen 45 und 60 Minuten befinden, dies ist wie immer an das Kind anzupassen und es können Ausnahmen gemacht werden.

Jugendliche 10 bis 14 Jahre
Der Wusch auf Freiheit und Unabhängigkeit wird immer größer, weshalb es auch immer schwerer wird, hier Regeln durchzusetzen. Wichtig ist, dass offen kommuniziert wird und versucht wird die Nutzung pro Tag nicht zu übertreiben. So bieten Webseiten, Videos, Serien, Filme, Spiele,… unterschiedliche Möglichkeiten seine Freizeit zu nutzen. Es sollten nicht nur Spiele im Vordergrund stehen, sondern auch Informationssammlung, durch Internetseiten und Dokumentationen. Oft sind es die Interessen, welche die Jugendliche Nachgehen wollen und freiwillig zu diesen Themen recherchieren. Wichtig ist, auch hier die Informationen mit jemanden zu teilen, meist sind es die Freunde, doch wäre es auch wesentlich, dass die Eltern Interesse zeigen und eine Anlaufstelle für ihre Kinder zu sein. Da social Media immer interessanter wird, wäre es wichtig auch darüber offen zu reden und zu kommunizieren, was passend ist bzw. nicht passend ist. Digitale Medien sind ein wichtiges Medium für Kommunikation, Identitätsentwicklung und auch Kreativität. Weshalb immer zu schauen ist, wie sie im Alltag eingesetzt werden können. Besprich gemeinsam mit deinem Kind, was es gerne machen würde und welche Vorstellungen du selbst hast. Meisten kann durch Reden ein gemeinsamer Nenner gefunden werden, wodurch du Konflikte vermeidest.

Allgemein ist wichtig von Anfang an ein Vorbild für Kinder und Jugendliche zu sein, so wie sie die Mediennutzung der Bezugspersonen wahrnehmen, wollen sie es auch. Besprecht mit den Kindern, wann und wieviel Zeit sie digital verbringen dürfen und bedenkt auch, dass es Ausnahmen gibt, dass eine längere Zeit oder auch mal etwas Neues okay ist. Digitale Medien sind wichtig um zu lernen Informationen auf verschiedene Weise zu verbinden. So bieten sie aber auch eine große Anzahl an Informationen, damit Kinder und Jugendliche ihr Wissen erweitern. Dies gelingt nicht nur durch die klassische Recherche und das Lesen von Artikel, sondern auch durch Spiele und Videos. Es wird das Wissen weiter ausgebaut und auch Fähigkeiten entwickelt, wie logisches Denken oder Geschicklichkeit. Zusätzlich ist es eine Form der Freizeitbeschäftigung, um seinen Alltag zu entfliehen. Dies kann auch genutzt werden, um den Alltag zu strukturieren, beispielsweise durch Serien, die immer um dieselbe Uhrzeit laufen oder als Zeitmaßeinheit, dass nach einem Video oder einem Hörbuch eine Aufgabe erledigt werden soll. Wichtig ist, dass aber genügend Zeit auch ohne Medien vollbracht wird. Hierfür müssen Regeln festgelegt werden, welche auch beispielsweise im Mediennutzungsvertrag festgelegt werden können. Bestimm nicht immer alles allein und verbiete nicht nur, sondern sprich mit deinem Kind offen über deine Bedenken und Wünsche, doch lass es auch selbst Wünsche und Vorstellungen äußern. Denn durch gemeinsames Sprechen kommt man oft zu einem Übereinkommen, mit welchem alle Beteiligten zufrieden sind.

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Lydia Klausner


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