Digitale Medien für ALLE – gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigung

Digitale Medien bieten neue Kanäle für uns alle. So ist es auch ein wichtiges Medium für Menschen mit einer Beeinträchtigung. Jedoch gibt es Hürden, die zu überwinden sind, damit ein guter Umgang in und mit digitalen Medien stattfinden kann.  Die Teilnahme kann durch drei verschiedene Blickwinkel verbessert werden: in den Medien kann das Bild von Beeinträchtigungen und Inklusion gestärkt werden; an Medien teilnehmen beschreibt die barrierefreie Zugänglichkeit und durch Medien teilzunehmen soll Inklusion am gesellschaftlichen Leben durch digitale Medien sowie Medienkompetenz fördern.

Durch die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK, 2008) sollen immer mehr Rechte für Menschen mit einer Beeinträchtigung durchgesetzt werden. Digitale Medien wurden nicht explizit genannt, doch wird davon gesprochen, dass die ungehinderte barrierefreie Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht werden muss. Da digitale Medien ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft sind, ist es wichtig, dass allen Menschen der Zugang ermöglicht wird und falls Hilfsmittel benötigt werden, diese auch zur Verfügung gestellt bzw. umgesetzt werden.

Drei Blickwinkel, warum Medien für ALLE so wichtig sind:
Zum einen können durch diverse Diskurse in digitalen Medien, also beispielsweise im Internet, im Fernsehen, in Filmen, in Spielen,… ein bestimmtes Bild von Beeinträchtigungen geschaffen werden. Aber auch durch die Teilhabe in den Medien können Menschen selbst ein gewisses Bild von sich selbst und Beeinträchtigungen präsentieren und somit mitgestalten, wie andere die Beeinträchtigung sehen. Dies geschieht oft auf social Media Kanälen. Wodurch die Gesellschaft sensibilisiert wird und auch die jüngere Generation neue Blickwinkel auf Beeinträchtigungen erlangt und Neues darüber lernt.
Kurzer Exkurs in meine Erfahrungen: Ich habe mich schon länger für Gebärdensprache interessiert, so habe ich im Lockdown 2020 eine Influencerin namens Cindy Klink gefunden, welche mit DGS (Deutscher Gebärdensprache) und Lautsprache ihre Follower durch Teile ihres Lebens mitnimmt. Dies hat mich animiert in meinem Studium der Bildungswissenschaft ein zusätzlichen Kurs in ÖGS (Österreichische Gebärdensprache) zu besuchen, weshalb ich jetzt ein Jahr lang einen Einblick in eine fantastische Sprache bekomme. Dies war also eine Animation für mich eine neue Sprache zu lernen. Sie und andere gebärdensprachlich kommunizierende Influencer auf Instagram, TikTok, YouTube und Co schaffen so ein positives Bild und wecken Neugierde eine der Gebärdensprachen zu erlernen. Man merkt durch die positiven Kommentare und das positive Feedback, dass hier auch deutlich Interesse besteht und die Neugierde, vor allem bei jungen Menschen weckt. Durch meinen Kurs auf der Uni habe ich auch die österreichische YouTuberin Lily Loony gefunden, welche Einblicke in ihr Leben als Gehörlose gibt. Auf YouTube folge ich auch schon seit einigen Jahren dem Kanal „Special Books by Special Kids“, welcher mit einer Vielfalt von Menschen mit diversen Beeinträchtigungen, von denen man vielleicht noch gar nicht gehört hat, Interviews macht. Dies sind nur ein paar Beispiele für eine Vielfalt von Influencern, welche beeindruckende Einblicke in die Diversität der Menschen bieten.

Doch ist es auch wichtig, dass diese Zugänglichkeit erst einmal ermöglicht wird. Denn allen sollte die Teilhabe an Medien zugänglich sein. Das bedeutet, dass es auch barrierefreie Angebote geben muss, dies wird gegeben durch beispielsweise Untertitel, Audioguides, leichter Sprache und bedienerfreundlichen Fernbedingungen. Bei Internetseiten müssen auch bestimmte Kriterien erfüllt sein, damit diese als barrierefrei gelten. Hier sind für eine bessere Lesbarkeit gute Kontraste wichtig sowie die Schriftgröße, die Inhalte sollten auch leicht verständlich sein. Ziel wäre es Informationen zugänglich zu machen und die Kommunikation mittels Medien zu ermöglichen.

Durch diese Möglichkeit wird die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, weshalb eine Teilhabe durch Medien eine umfangreiche Medienbildung für die Ausbildung der Medienkompetenz voraussetzt.

Digitale Medien bieten demnach eine große Varietät, damit Menschen mit Beeinträchtigung mehr Möglichkeiten haben selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. In zwei Hinsichten ist es ein Ausdrucksmittel. Zum einen sind im Internet weniger Hemmschwellen, weshalb sich viele Menschen mehr trauen sich auszudrücken und so beispielsweise auch neue Kontakte knüpfen, ohne gleich mit Vorurteilen konfrontiert zu werden, aber auch die Möglichkeit der Selbstpräsentation besteht, wodurch positive Einblicke ins Leben geschaffen werden. Zum anderen gibt es aber auch unterschiedliche Möglichkeiten, damit digitale Medien als Unterstützung dienen. Oft gibt es hierfür Assistierende Technologien, welche beispielsweise zur Unterstützten Kommunikation führt. Diese helfen beispielsweise Menschen, welche Probleme haben sich lautsprachlich auszudrücken, sich mithilfe von Geräten mit Audioausgabe oder Textausgabe durch Tastatur oder ähnlichem mit allen zu kommunizieren. Bei Interesse kannst du dir hier ein paar Möglichkeiten der UK und AT anschauen. 

Interessante Links:
Digital Dabei
Barrierefreiheit der Mediennutzung
Aktion Mensch – Barrierefreie Webseiten
Medienbildung und Inklusion 

 

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Lydia Klausner


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