Influencer – das scheinbar perfekte Leben

Der perfekte Alltag, der perfekte Urlaub, der perfekte Partner, das perfekte Leben? Influencer nehmen ihre Follower mit in ihrem Alltag und ihr ganzes Leben. Von Vloger über Familienalltag bis hin zum Gamer und dem Beauty-Gurus, für alle ist etwas dabei und viele bleibt hängen. Auf den Plattformen Instagram, TikTok und YouTube werden wir als Zuschauer/in mitgenommen oder bekommen Anleitungen zu diversen Themen. So bekommt man einen scheinbar großen Einblick in ihr Leben. Doch was steckt wirklich dahinter? Ist es das perfekte Leben, das wir hier sehen? Wie kann ich doch auch nur so beliebt werden? Für viele Teenager ist es der große Traum genau dasselbe Leben von Influencern zu leben – mit scheinbar wenig Arbeit und wenigen Gefahren.

Warum sind so viele Menschen von Influencern fasziniert? Kurz gesagt sind es Vorreiter, welche scheinbar nahe für uns sind. Denn anders als Schauspieler und Nachrichtensprecher nehmen sie uns in ihrem Alltag mit und wir haben das Gefühl, dass wir ein Stück ihres Lebens sind. Dies wird durch Community-Namen oder direkte Interaktion in Live-Videos, Antworten auf Direkt-Nachrichten oder ein Likes bzw. einen Kommentar auf das private Bild unterstützt. So bekommt man in das Leben von diversen Personen, welche sich hauptsächlich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren, Einblicke. Beliebte Themen sind Comedy, Beauty, Gaming, Essen, Fitness, Familienleben und und und.

Was steckt hinter dem scheinbar perfekten Leben? Durch die kurzen Einblicke wirkt es so, als ob man die Person kennt und sie einfach so ein unglaubliches Leben führt, was man selbst haben möchte. Es ist eine Verführung in das perfekte Leben. Man sieht wie jemand eine perfekte Beziehung, der perfekte Körper, der perfekte Lebensstil,… hat. Die Realität verschwimmt immer mehr und man vergleicht es mit dem eigenen privaten Leben, im Verhältnis oft nicht mehr wertvoll scheint, man ist nicht mehr genug. Doch zeigen die meisten Influencer nur ihre schönen Seiten im Leben, also keine Rückschläge, Probleme und Krisen. Zumindest gilt dies für die meisten. In letzter Zeit ist immer mehr der Trend sich auch zu zeigen, wenn man Probleme hat, doch ist das Bild des Gegenübers nie vollständig.

Was machen Influencer genau? Wie man es auch schon dem englischen Begriff entnehmen kann, beeinflussen sie die Zuschauer/innen. Sie bauen in ihren Videos, Bildern oder Stories Kooperationen ein, aber auch selbst gekaufte Produkte werden durch das Promoten von diesen immer beliebter. Oft sind es sehr teure Produkte, welche den Anschein haben, dass diese sehr gut sind. Es ist eine Werbeplattform, damit Unternehmen mehr Käufer/innen bekommen.
Doch sollte man nicht nur das negative von Influencern sehen, viele können Menschen helfen. Denn beispielsweise können sich Inspirationen für DIYs, Beauty, Rezepte,… gefunden werden. Aber es gibt auch Influencer, welche sich mit kritischen Themen auseinandersetzen, wie Sucht, Rehabilitation, Krankheiten, Behinderungen,… wodurch einige sich ein Vorbild holen kann und zusätzlich wird eine größere Menge an Personen für Inhalte und Themen sensibilisiert. Wichtig ist darauf zu achten, wie der Inhalt vermittelt wird und ob dieser die Wahrheit sagt und keine verzerrten Bilder vermittelt.

Also was tun, wenn das Kind Influencer als Vorbild hat? Prinzipiell ist es ja nichts Schlimmes, wenn man sich Vorbilder nimmt, denn wer hatte nicht schon einmal einen Superstar als Idol. Doch darf die Realität nicht aus den Augen verloren werden. Verbiete deinem Kind nicht, dass er sich mit den neuen Stars auseinandersetzt, sondern lass sie dir auch mal zeigen und redet darüber. Wichtig ist, das gezeigte Leben zu hinterfragen und auch wenn es als der Traumjob überhaupt wirkt, müssen die Schattenseiten immer auch bedacht werden.

Welche Schattenseiten denn? Es klingt vielleicht seltsam, aber in gewisser Weise erleiden Influencer unter Stress und Druck. Zum einen entsteht Druck, dadurch, dass man eigentlich 24/7 online sein muss und sein Leben, auch wenn es gerade nicht gut ist, zu schön zu repräsentieren. Zum anderen gibt es aber auch viel psychische Belastung durch Hate und Shitstorm, denn je mehr du Preis gibst, desto angreifbarer bist du. Anonymität schützt die Nutzer/innen sich vor keinem Kommentar zu scheuen. Es kommt von Beleidigungen über Belästigung bis hin zu Drohungen alles vor.

Also was tun, wenn das Kind zum Influencer werden will? Es kommt auf jeden Fall auf das Alter des Kindes an, denn unter 18 Jahren ist die Einverständnis der Eltern Voraussetzung, hier wird empfohlen, dass das Profil von den Eltern verwaltet wird. Besprechen sie mit dem Kind wie die eigene Privatsphäre geschützt werden kann. Auch das Urheberrecht ist ein wichtiges Thema, denn viele Kinder wissen gar nicht, dass nicht alle Materialien veröffentlicht werden dürfen. Wichtig ist es auch über Kosten und Zeitaufwand zu sprechen, denn vor allem bei Videos muss Geld in Kamera und Schnittprogramme ausgegeben werden. Viele unterschätzen den Aufwand, der in einem Video oder einem Bild steckt, so muss bedacht werden, dass dies beispielsweise neben der Schule sehr anstrengend ist. So steht neben Stress eben auch viel Kritik in verschiedenen Graden im Netz. Kläre dein Kind auf, dass es leider nicht nur nette Menschen im Internet gibt und, dass zwar neben einigen, die sich sehr für den Content interessieren auch viele Kritik daran äußern, woran man anfangs gar nicht denkt. Wichtig ist, dass man schon bereit ist kritisch und reflektiert mit Kritik und Kommentaren umzugehen. Man muss sich auf die Realität einstellen, dass man nicht von heute auf morgen berühmt wird, wie große Influencer. Es hängt sehr viel mit Glück zusammen, wie beliebt man im Netz wird und auch mit sehr viel Zeit. Man sollte also nicht als Ziel haben, dass man damit reich und berühmt wird, sondern, dass man Spaß hat und seine kreativen Ideen, egal in welchen Themen richtig präsentiert, denn es ist wichtig, dass man nie sich selbst aus den Augen verliert.

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Lydia Klausner


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