Faszination Computer- und Videospiele

Computer – Gameboy – Playstation – Xbox – Nintendo Switch – Handy und Co. Schon seit den 1950er Jahren sind Computer- und Videospiele ein Teil der Menschen. Denk einmal zurück, was war dein erstes Spielerlebnis oder deine erste Spielkonsole? Bei mir war die erste Begegnung mit Computerspielen als ich meinen 11 und 13 Jahre älteren Brüdern beim Spielen zuschauen durfte, es war faszinierend und ich wollte immer selbst spielen. Diese Faszination ist bei mir auch geblieben, von klein auf spielte ich ab und zu am Computer, dann auf meinem ersten Nintendo oder der Wii spielen. Mit 16  habe ich meine eigene PS4 bekommen und seitdem kann ich auch mit Freunden zusammen spielen. Jeder hat seine Geschichte, die einen haben mehr glückliche Stunden damit verbracht und die anderen weniger. Aber es steht fest egal ob Jung oder Alt, die meisten beschäftigen sich mit den verschiedensten Formen von digitalen Spielen! So spielen mit dem Stand von 2019 rund 70% Videospiele mit einem Durchschnitt von 11,5 Spielstunden in der Woche.So zählen aktuell zu den beliebtesten Spielen Fortnite, FIFA, GTA, Battlefield, Call of Duty und Minecraft. Bei den einen handelt es sich um einen etwas kürzeren Hype, die anderen sind schon Jahre lang beliebt bei den verschiedenen Altersgruppen, wodurch alle miteinander vereint sind.

Doch wieso faszinieren sich Menschen so dafür? Prinzipiell ist es eine Aktivität, mit der man Abstand zu seinem Alltagstrott schaffen kann, man geht in ein parallel Universum. Man kann sein wer man will. Durch Belohnungsfunktionen, wie Punktelisten fühlt man sich gestärkt in seiner Tätigkeit und will oftmals in der Rangliste aufsteigen, damit man auch mal zeigen kann, wie gut man wirklich ist. Ziel ist es besser in einer Sache zu werden, eben wie auch bei jedem anderen Hobby. Als zusätzlicher Pluspunkt kann man zusammen spielen mit anderen, es ist also eine Form des sozialen Netzwerks. Ob im Team miteinander oder einzeln gegeneinander – es ist egal, man weiß da draußen sind noch andere Menschen, die genau dasselbe Interesse haben wie ich. Es werden unsere Grundbedürfnisse befriedigt. Deutlich wird, dass durch das Spielen ein Lustgewinn stattfindet, da man in eine schöne Welt eintreten kann. Es ist ein Ort an dem Kinder und Jugendliche einmal die Kontrolle über alles haben und so auch die Fähigkeiten, wie beispielsweise Reaktion und Multitasking ausbauen können. Dies macht man oft nicht allein, sondern spielt mit Freunden zusammen, wodurch Bindungen geschaffen und gestärkt werden. Schlussendlich wird durch positive Erfahrungen und Gefühle der Selbstwert erhöht und geschützt.

Also ist Computer- und Videospielen doch nicht so schlecht? Spiel, Spaß, Freunde und Fähigkeitsaufbau. Durch kognitive Herausforderungen kommt es zur Verbesserung der Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsfähigkeit. Auch die Kreativität kann gefördert werden durch das Bauen von Häusern oder die Suche nach Lösungen.

Spiele fördern und fordern den/die Gamer/in, doch was ist mit dem Problem Sucht? Wichtig zu beachten ist, dass es auf den Menschen und seine Situation ankommt, ob er überhaupt süchtig werden kann. Doch sollte man wenn einige der folgenden Punkte zutreffen etwas aufpassen und genauer hinschauen:

    • Wenn mein Kind vom Computer weg geht ist es unruhig und will sofort zurück
    • Mein Kind möchte nicht mehr an dem Essen teilnehmen
    • Es besteht kein Kontakt mehr im Realen zu Freunden
    • Schulische Leistungen werden immer schlechter
    • Die Körperhygiene wird immer schlimmer
    • Mein Kind spiel schon ganz in der Früh oder in der Nacht Videospiele

Falls Punkte zutreffen sollte man mit dem Kind in Kontakt treten. Es heißt NICHT gleich alles zu verbieten. Zeige Interesse und gehe auf dein Kind zu, je verständnisvoller und liebevoller desto besser. Hör deinem Kind zu und akzeptiere seine Ansichten und Meinungen. Gemeinsam reden und gemeinsam entscheiden ist wichtig. Überlege, warum dein Kind so gerne spielt und sprich mit ihm über deine Bedenken, doch höre auch seine Ansichten an. Durch Reden könnt ihr auch auf einen gemeinsamen Nenner kommen, vielleicht hilft ein Mediennutzungsvertrag, welcher ein paar Regeln festlegt. Wichtig ist nicht nur die schlechten Seiten der Medien zu sehen, sondern auch die fördernden Aspekte. Hör auf dein Kind und legt zusammen fest, was ihr machen könnt. Stärke dein Kind, oftmals ist die Flucht in die Computerwelt mit einem mangelnden Selbstwertgefühl verbunden. Falls man als Elternteil nicht weiterkommt scheue nicht um Hilfe zu fragen, es gibt genügend Beratungsstellen, die weiter helfen können.

Vergiss nicht, mit einem eigenständig kontrollierten Umgang mit Computer und Konsole ist es nichts Schlechtes, sondern kann auch die besten Seiten eines Menschen herausholen!

Für Eltern gibt es online Workshops, bei welchen du dich noch mehr mit unterschiedlichen Spielen auseinandersetzen und mit Medienpädagogen/innen in Kontakt treten kannst, um verschiedene Fragen zu klären. (kostenlos, aber auf 15 Teilnehmer begrenzt!)

Interessante Links:
Geschichte von Computer- und Videospielen
Warum Computer- und Videospiele so faszinieren:
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Spielbar
Positives und Negatives: Quarks
Sucht:
Kinder-Tipps
Liste von Suchtberatungen in Österreich
Zahlen zu Computer- und Videospielen: ORF

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Lydia Klausner


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