Generation Corona – reißt euch mal zam

Du musst zu Hause bleiben. Du darfst keine Freunde sehen. Du musst solidarisch sein. Denk an die anderen. Ach, komm schon das haltest du schon aus. Nur noch eine Woche Lockdown. Sei nicht so viel am Computer. Du sitzt nur zu Hause, mach was draus. Schau nicht nur auf dein Handy. Konzentriere dich auf die Schule. Ach ihr seid die verlorene Generation Corona.

In der Corona Pandemie und die damit verbundenen strikten Regelungen haben junge Menschen teilweise sehr stark gelitten, ohne dass wir es oft gemerkt haben. Präsent sind häufig nur die Fragen bezüglich der eigenen Arbeit oder Geldprobleme sowie allgemeine psychische Belastungen. Doch haben junge Menschen mit vielen körperlichen und psychischen Problemen in der Pandemie zu kämpfen. Und wir schauen teilweise einfach weg, ohne dass wir uns damit auseinandersetzen. Was ist da passiert? Wie kann man sie unterstützen? Wie können Medien helfen?

Durch die eingeschränkten Möglichkeiten soziale Kontakte zu treffen, kommt es bei einer Vielzahl an Jugendlichen zu Isolation und Einsamkeit. Der Körper befindet sich psychisch und physisch in einer Krise, welche nicht allein bewältigt werden sollte. Es kann vom Einsamkeitsgefühl bis hin zu Depressionen, Ess- und Schlafstörungen, Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, doch leider auch zu Suizidgedanken kommen. Die Befragung von Ö3 zu #Generationcorona legt Unausgesprochenes offen. Die Hälfte der Jugendlichen leidet unter den eingeschränkten sozialen Kontakten. Es kommen Sorgen zu Themen, wie der eigenen Zukunft, Finanzen, Umwelt und soziale Unruhen auf. Die Angst vor Schulden kommt hervor. Und sie fühlen sich im Stich gelassen, denn beispielsweise die Politik ignoriert ihre Anliegen. Generell hätten sie gerne mehr Solidarität. Trotz diesen teilweise sehr kritisch reflektierten Gedanken wird die Jugend als verlorene Generation bezeichnet – und wer will denn als verloren bezeichnet werden, obwohl man eigentlich nichts dafür kann?

Durch die Beratungshotline Rat auf Draht können Jugendliche alle Probleme loswerden und einfach mal drauf los reden. Auch Rat auf Draht veröffentlicht die größten Sorgen während der Pandemie, wobei Schule und Homeschooling auf Platz 1 stehen. Doch nehmen auch die Themen Angst, Schlaflosigkeit und Arbeitslosigkeit einen großen Teil der Anrufe ein. Erschreckend ist es auch, dass es zu einem hohen Anstieg zu Anrufen wegen Panikattacken und Depressionen sowie Essstörungen gekommen ist.

Es lässt sich leicht erkennen, dass die jungen Menschen sehr unter den Umständen leiden. So zeigt auch die Studie von der Donau Universität Krems (Februar 2021), dass im Vergleich zu 2019 die Lebensqualität von 20% der Jugendlichen gesunken ist. Mehr als die Hälfte hat depressive Symptome. 23% Leiden unter einer Schlafstörung. 16% haben wöchentlich suizidale Gedanken…und 9% denken täglich daran sich das Leben zu nehmen. Bei diesen Zahlen kommt einem die Gänsehaut. Wir müssen der Realität ins Auge sehen und hinterfragen, warum wir oftmals es schlimm finden, was Jugendliche machen. Wie können wir helfen, wie können wir unterstützen, dass ihr Leben nicht schlechter wird.

Digitale Medien haben in dieser Zeit einen wesentlichen Teil im Leben gespielt, weshalb man darüber positiv denken sollte. Denn auch wenn viel Zeit vorm Computer durch Homeschooling verbracht wurde, konnten Medien auf diverse Weise neu entdeckt werden. Nicht nur, dass durch diese soziale Kontakte gehalten werden konnten und so lustige Stunden miteinander verbracht wurden, beispielsweise beim gemeinsamen Yoga oder einem aufbauenden Gespräch. Man kann auch allein Spaß haben mit Medien, wodurch Ablenkung in den Alltag kommt. Musik hören, um sich zu entspannen. Computerspiele, um Stress abzubauen und Kontakt mit Freunden zu haben. Videos schauen, um sich abzulenken aber auch zu bilden. Internet, um sich Inspirationen für Kreativität zu holen, aber auch Informationen zu bekommen.

Die junge Generation wird oft als verlorene Generation bezeichnet, obwohl sie teilweise nichts anders machen kann. Es wird nur das negative gesehen. Zum einen würden die Jungen alles falsch machen und sich oft nicht solidarisch zeigen. Zum anderen aber auch, dass sie keine gute Bildung bekommen und nur vor dem Computer sitzen. Ihre Zukunft sei verloren. Doch kann nicht nur das negative betrachtet werden, es müssen auch Chancen gesehen werden, denn niemand kann etwas für die Pandemie. Beispielsweise gibt es neue Möglichkeiten sich zu verwirklichen und sein Leben zu führen.

Wir sind keine verlorene Generation! Die Last muss gemeinsam getragen werden! Seid ALLE solidarisch! Gebt den Jungen eine Stimme! Probleme sehen und Unterstützung geben!

Interessante Links
Dokumentation
Infos zur Dokumentation 

Studienpräsentation Generation Corona 
Einblicke in die gesamte Befragung von Ö3
Corona Krise bei Rat auf Draht
Donau Universität Krems 
Mental Health in Adolescents during COVID-19-Related Social Distancing and Home-Schooling
Mediennutzung in der Corona-Pandemie 
Warum die „Generation Corona“ keine verlorene, aber eine vergessene Generation ist. 


image

Lydia Klausner


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .