Familienblogs – Erfahrungsberichte mit Herz und Hirn

Die Zahl der bloggenden Eltern nimmt stetig zu, sogenannte „Familien-Blogs“ erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Warum aber bloggen Eltern überhaupt? Und weshalb werden Blogs mit so großer Begeisterung gelesen?

Der ursprüngliche Gedanke des heute weit verbreiteten Blogs ist eigentlich die Führung eines „Online-Tagebuchs“. Die erfolgreichen Blogs von heute sind aber bereits weit mehr als das – sie haben nahezu Magazincharakter, sind Infor-mations- und Unterhaltungsmedium zugleich und zum Teil (leider) oft auch schon Marketinginstrument. Was aber steckt dahinter, dass sogenannte „Fami-lien-Blogs“ unter der Elternschaft immer mehr boomen? Es ist dasselbe Prinzip, wie es auch Eltern-Kind-Gruppen bieten: Der Erfahrungsaustausch. Eltern fühlen sich – vor allem im 1. Lebensjahr des Kindes – oftmals sehr verunsichert und sind überfordert mit der neuen Lebenssituation. Was gibt es da besseres und „beruhigenderes“ als sich Tipps und Erfahrungen von anderen Eltern zu holen – und das noch dazu ganz bequem von der Couch aus? Und auch wenn jedes Kind individuell ist und es nicht das eine „Patentrezept“ für alle Kinder gibt, reicht es oftmals schon, wenn man in Blogs von anderen Eltern lesen kann, dass es diesen ja eigentlich genau so geht, sie mit denselben Problemen oder „Problemchen“ konfrontiert sind. Zudem ist bei den Inhalten von Blogs auch immer ein gewisses „Augenzwinkern“ dabei, denn auch Humor verbindet ja bekanntlich.

Was aber ist es, das Eltern – die ohnehin schon sehr wenig Zeit für sich selbst haben – dazu bewegt wöchentlich im Schnitt 2-4 Stunden zu bloggen? Das hat wahrscheinlich vielfältige Gründe. Birgit S., die hinter einem der erfolgreichsten österreichischen Blogs namens „Muttis Nähkästchen“ (im Jahr 2015 hatte sie über eine halbe Million Zugriffe) steckt, nennt zum Beispiel als einen Ihrer Gründe fürs Bloggen, dass es für sie ein wertvoller Beitrag zur „Psychohygiene“ ist, da alles was sie sich von der Seele geschrieben hat, anschließend leichter zu meistern ist, außerdem sieht sie es als Gedankenstütze und Zusammenfassung ihrer Erfahrungen für sich selbst.

Mittlerweile gibt es nicht nur „allgemeine“ Familien-Blogs, sondern Blogs zu allen nur erdenklichen Spezialgebieten des Familienlebens, wie z.B. zu Kinde-rernährung, DIY, (Kinder-)Mode- und Lifestyle, Nachhaltigkeit oder auch zu sehr spezifischen Themen wie z.B. Kinder mit Behinderungen.

Blogs liefern im Erziehungsalltag einen wertvollen Beitrag, in dem sie in Form von persönlichen Erfahrungsberichten Denkanstöße und Anregungen liefern, dennoch sollten sie nicht als Ersatz für klassische Elternbildungs-Institutionen herangezogen werden – vor allem wenn es um konkrete Problemstellungen innerhalb der Familie geht.

Folgend eine kleine persönliche Auswahl einiger beliebter heimischer Familien-Blogs:

• Muttis Nähkästchen | Familienblog seit 2009: muttis-blog.net
• Carrots fors Claire – Gesund Kochen ist Liebe: carrotsforclaire.com
• Die kleine Botin – Der informative Baby-Blog: diekleinebotin.at
• Fräulein im Glück – Schwerpunkt Minimalismus und Achtsamkeit: suchtdasglueck.at
• Einer schreit immer – Die ungeschminkte Wahrheit über das Leben mit Zwillingen: einerschreitimmer.com

Diese Übersicht über Blogs in Österreich kann auch nach Schlagworten wie “Familie”, “Kinder” etc. durchsucht werden. Topblogs – Die besten Blogs Öster-reichs: blogheim.at/topblogs

 

Dieser Artikel ist dem eBook: leben.lernen.spielen – Familien in der digitalen Welt entnommen.

P.S.: Am 20.Oktober 2016 findet ein Webinar über Elternblogs statt.
Update: Wegen Krankheit wird das Webinar auf den 27. Oktober verschoben.


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Anja Jung

ist PR- und Social Media-Expertin, Mutter von zwei Kindern und seit 2011 als Online-Redakteurin für eltern-bildung.at tätig.


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