Familienanschluss übers Netz mit Whatsapp, Skype, Facebook, Blogs & Co

Wie viele andere junge Menschen, habe auch ich während meines Studiums bis jetzt zwei Mal für längere Zeit im Ausland gelebt. Das erste Mal während meiner Lehramtsausbildung in Örebro, Schweden. Dort studierte ich für 5 Monate an der Universität Englisch und Musik. Das zweite Mal bewarb ich mich für ein Fulbright Stipendium und unterrichtete ein Jahr lang an der University of Monatana Deutsch.
Schon bei den Vorbereitungen für diese Reisen waren die digitalen Medien eine große Erleichterung. Natürlich machte ich mir während dieser Zeit auch schon Gedanken, wie ich meine Erlebnisse und Eindrücke möglichst authentisch an meine Familie und Freund_innen weitergeben könnte. Ich beschloss, einen kostenlosen Blog auf WordPress einzurichten, um dort sowohl in Bild als auch Text möglichst vielfältig von meinem Leben im Ausland berichten zu können. Bereits vor der Abreise verschickte ich den link dazu an Freund_innen, Bekannte und Familie und so war vom ersten Tag an eine durchgängige Kommunikationsmöglichkeit geschaffen.
Durch die Kommentare, die sogar meine Großeltern regelmäßig hinterließen (beide sind über 75 Jahre alt), entstand ein reger Austausch – zumindest die ersten drei Monate lang. Denn zugegeben, je länger ich mich in den Ländern aufhielt, je mehr Freund_innen ich fand und je mehr ich unternahm, desto kürzer und sporadischer fielen die Blogeinträge aus.
Nach und nach ging ich dazu über, Bilder und kurze Texte auf WhatsApp über mein Handy zu verschicken. Vor allem auf den Reisen, die ich während meiner Auslandsaufenthalte unternahm, war das sehr sinnvoll. Denn Bilder und kurze Texte ließen sich damit schnell und einfach an mehrere Personen verschicken, ohne dass ein Laptop notwendig gewesen wäre. Kostenloses WIFI gibt es mittlerweile in vielen Cafés und Restaurants und man lernt auch rasch, ein Lokal nach diesem Kriterium auszusuchen.
Mit meinen Eltern und Schwestern kommunizierte ich in einer eigenen Whats-App Gruppe, in der sowohl sie als auch ich das jeweilige schlichte Alltagsleben mitbekommen konnten. So konnte ich z.B. nach dem Aufstehen in den USA nachlesen, wie meine Familie bereits die Hälfte des Tages verbracht hatte, während ich noch den ganzen Tag vor mir hatte. Selbst Kleinigkeiten wie Bilder vom Abendessen oder Diskussionen über Einkaufslisten ließen mich am Familienleben teilhaben und erzeugten in mir das Gefühl, trotz der Distanz doch sehr viel von zu Hause mitzubekommen.
Neben diesen Kurznachrichten waren für mich Skype bzw. Facetime die wichtigsten Kommunikationsmittel. Einmal in der Woche verbrachte ich mindestens eine Stunde – oft auch länger – vor dem Laptop, um mit Familie oder Freund_innen zu Hause zu kommunizieren. Besonders wichtig war es für mich meine Familie inklusive Hund tatsächlich zu sehen. Manchmal genügte ein Blick in mein Zimmer oder das Gefühl beim gemeinsamen Abendessen „live“ dabei zu sein (obwohl ich meistens erst mein Frühstück aß), um mir „zu Hause” selbst in Montana ein Stück weit näher zu bringen.
Auf diese Weise wurde es auch möglich Feiertage, wie z.B. Weihnachten (ich in Hawaii, meine Familie in Österreich unterm Christbaum) oder Geburtstage „gemeinsam“ zu feiern.
Auch die Live-Übertragung des Songcontests im Internet war für mich (als bekennender Songcontest Fan) ein besonderer Höhepunkt – gerade weil Schweden in jenem Jahr gewann und selbst meine Familie die Jubelschreie meiner schwedischen Nachbar_innen über Skype miterleben konnte.
Wenn ich mich jetzt an meine beiden Auslandsaufenthalte erinnere, dann greife ich zum Handy oder zum Laptop und nicht zum Fotoalbum, das noch immer halb fertig im Regal steht. Ich sehe mir die Bilder an, die ich an meine Familie und Freund_innen verschickt habe oder ich lese mir Blogeinträge und Facebook-Postings durch, die ich während dieser Zeit verfasst habe. Und jetzt verwende ich Skype oder Facetime, um mit meinen Freund_innen in Amerika und Schweden in Kontakt zu bleiben.
All diese Kommunikationsmittel haben für mich somit nicht nur ihren Zweck während meiner Aufenthalte erfüllt sondern sie helfen mir dabei, mich auch heute an all die schönen Dinge erinnern, die ich während dieser Zeit erlebt habe und Freundschaften über die Distanz zu halten.

Dieser Artikel ist dem eBook: leben.lernen.spielen – Familien in der digitalen Welt entnommen.

P.S.: Am 6. Oktober findet ein Webinar zum Europäischen Freiwilligendienst statt, für Eltern, deren Kinder ins Ausland gehen wollen.


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Lisa Lackner

Lisa Lackner, BEd, geb. 1992, unterrichtet Englisch und Musik an einer Wiener Mittelschule, studiert berufsbegleitend Deutsch als Fremdsprache und Zweitsprache an der Universität Wien, liebt das Reisen und das Leben in fernen Ländern.


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