Medienfasten

Digitale Medien sind nicht mehr aus dem Alltag junger Menschen wegzudenken. Das Surfen im Internet, das Hören von Musik, digitale Spiele sowie das Smartphone haben für Jugendliche einen hohen Stellenwert. Die ständige Nutzung digitaler Medien kann unter Umständen süchtig machen.

Somit wird es in unserer schnelllebigen Zeit zunehmend wichtiger, auch einmal nicht erreichbar zu sein und Abstand zu gewinnen von der Fülle an Informationen. Unter dem Stichwort „Digitale Entgiftung“ oder „digital detox“ wird daher der Zeitraum verstanden, in dem eine Person auf die Benutzung elektronischer Geräte wie Smartphones oder Computer verzichtet. Dies dient als Möglichkeit, Stress zu reduzieren und verstärkt mit der physischen Welt zu interagieren.

Eine Auszeit ohne Medien verschafft Kindern Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit. Eigene Fähigkeiten können ausprobiert und die Freizeit aktiv gestaltet werden. Wer dabei nicht ganz auf Medien verzichten will, kann mit seinen Kindern einen medienfreien Tag pro Woche versuchen. Dazu sollten Eltern mit ihren Kindern klare Absprachen für die Mediennutzung treffen. Die Familie legt gemeinsam fest, welche Geräte an welchen Tagen und zu welchen Zeiten Pause haben. Die Regeln sollten klar und deutlich sein, damit jede_r weiß, worauf er/sie sich einlässt. Dabei kann das Führen eines Tagebuchs hilfreich sein. Darin werden die gesammelten Eindrücke festgehalten und anschließend besprochen. So kann daraus ein gemeinsames Erlebnis für die ganze Familie werden.

Vor allem sollten sich Eltern bewusst machen, dass sie Vorbilder sind. Es gilt daher, selbst einen bewussten Umgang mit Medien zu leben. Dazu zählt etwa, nicht ständig per Handy erreichbar zu sein und dieses bei Gesprächen, während des Essens, beim Spielplatzbesuch oder bei der Autofahrt auszuschalten. Vor allem können Eltern zeigen, dass sie sich den Alltag nicht von der Medien-nutzung bestimmen lassen: kein Tippen auf dem Smartphone, während sie aktiv Zeit mit dem Kind verbringen und keine Rhythmisierung der Freizeit nach dem Fernsehprogramm. Dazu gehört zudem, berufliche Telefonate und Mails, wenn möglich nicht während der Familienzeit entgegenzunehmen oder zu beantworten.

Der Verzicht auf digitale Medien kann auch spielerisch in der Schule durchgeführt werden. Dafür bietet das Projekt „handysektor“ beispielsweise das Kartenspiel “real life challenge” zum kostenlosen Download an (weitere Informationen unter handysektor.de).

 

Dieser Artikel ist dem eBook: leben.lernen.spielen – Familien in der digitalen Welt entnommen.


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Doris Lidl

Bildungswissenschaftlerin M.A. Schulsozialarbeiterin an einer Gemeinschaftsschule Referentin der ajs SMEP-Trainerin des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg


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